HEILIGE DES ORDENS


HL. ANTONIUS M. PUCCI     DIE SIEBEN HEILIGEN VÄTER UNSERES ORDENS   HL. PEREGRIN LAZIOSI    HL. JULIANA FALCONIERI    HL. CLELIA BARBIERI     HL. PHILIPPUS BENITIUS


Heiliger Antonius M. Pucci

12. Januar

 

Antonius wurde 1819 im Dorf Poggiole in der Diözese Pistoia geboren und trat mit 18 Jahren in unseren Orden ein. Nach der Priesterweihe wurde er nach Viareggio versetzt und zum Pfarrer ernannt. Hier lebte er bis zu seinem Tode 45 Jahre lang. Als Prior und später als Provinzial betrachteten ihn seine Mitbrüder mehr als Bruder denn als Oberen, da er ihnen mitbrüderlich zu Diensten stand. Er diente Gott und unserer Herrin mit voller Hingabe. Sein Dienst an den Gläubigen und besonders an den Armen war von großer Liebe und Barrnherzigkeit beseelt. Er starb am 12. Januar 1892. Johannes XXIII. nahm ihn 1962 unter die Heiligen auf.

 

Er war nur auf Gott und das ihm anvertraute Volk ausgerichtet.

 

Antonius wurde von kinderreichen und sehr tugendhaften Eltern 1819 im Dorf Poggiole in der Diözese Pistoia geboren. Da er die Muttergottes besonders verehrte, trat er nach seiner Jugendzeit, die er in Studium und Frömmigkeit verbrachte, mit 18 Jahren in den Orden der Diener Mariens ein. Nach dem Probejahr in Florenz studierte er auf dem Monte Senario sechs Jahre lang Philosophie und Theologie. Ein Jahr nach seiner feierlichen Profeß und Priesterweihe schickte man ihn als Kaplan nach Viareggio, wo er nach drei Jahren zum Pfarrer ernannt wurde. Dieses Am! versah er treu bis zu seinem Tode, 45 Jahre lang, in denen er das Beispiel eines tadellosen und aktiven Lebens gab, das nur auf Gott und die ihm anvertraute Herde ausgerichtet war. Er gab das Studium nicht auf und erwarb zwischendurch den Magistertitel in Theologie.

Viele Jahre hindurch leitete er mit bewundernswerter Klugheit und Umsicht sein Kloster und auch die toskanische Provinz in einer Zeit, die für Ordensleute ungünstig war, da es Gesetze gab, die gegen die Orden und die Einrichtungen des gemeinschaftlichen Lebens waren. Bei der Erfüllung seiner Aufgaben hielt er sich die Worte des heiligen Augustinus vor Augen und zog es vor, von den Mitbrüdern mehr geliebt als gefürchtet zu sein; es machte ihn auch glücklicher, in Liebe zu dienen als mit Macht zu herrschen.

Er zeichnete sich aus durch Demut, strenge Beherrschung der Zunge, durch ständigen Verkehr mit Gott und Liebe zur Armut. Indem er allen alles war, um alle für Christus zu gewinnen, war er ständig bestrebt, seine Schafe persönlich kennenzulernen, sie mit väterlicher Liebe zu betreuen und ihnen durch Gottes Wort mit Rat und Ermahnungen beizustehen. Den Bedürftigen half er, indem er ihnen seine eigenen Kleider gab, so daß er zu Recht der Vater der Armen genannt wurde; Ais treuer Verwalter des Bußsakramentes verbrachte er für das Wohl der Seelen täglich mehrere Stunden im Beichtstuhl. Sein besonderes Anliegen war es, die Sünder oft zu Gott zurückzuführen, die Traurigen zu trösten, die Beleidigungen zu verzeihen, Haß und Feindschaft zu schlichten, die Familien zu befrieden, sowie den Kranken und den Sterbenden eifrig und väterlich beizustehen. Seine Nächstenliebe leuchtete besonders auf, als er sich bei einer Choleraepidemie fast zwei Jahre lang keine Ruhe gönnte und unter Lebenseinsatz Tag und Nacht für die Genesung von Leib und Seele der Kranken sorgte.

Gott schenkte ihm viele Charismen, besonders die Erforschung der Herzen, die Gnade der Heilungen und manchmal auch die Ekstase und Erhebung.

Zur christlichen Erziehung der Mädchen gründete er in seiner Pfarrei eine Schwesternkongregation des Ordens und leitete dieselbe mit außergewöhnlicher Klugheit. Seiner Zeit vorauseilend, gründete er zur Forderung des christlichen Lebens Vereine für Kinder, ihr Jugendbücher, für Männer und Frauen. Aufs eifrigste unterstützte und forderte er die Vinzenz vereine, die erst seit kurzem aus Frankreich eingeführt waren sowie das Werk der Propaganda Fidei. Er war der erste, der am Meer ein Kurhaus für Kinder eröffnete, in dem sie aufgenommen und gept1egt werden konnten.

Die Verehrung des Allerheiligsten Altarssakramentes und der Schmerzhaften Mutter, der er seine Pfarrei feierlich geweiht hatte, halfen ihm und spornten ihn 30, alle diese Werke zu vollbringen. Ais er im tiefsten Winter einem Armen seinen Mantel gab, zog er sich eine Lungenentzündung zu, der er erlag. Er starb, mit den heiligen Sakramenten versehen, am 12. J30uar 1892 eines heiligen Todes. Die ganze Stadt und selbst die Feinde der Kirche beweinten den gemeinsamen Vater. Wahrend der ersten Sitzung des. Vatikanischen Konzils nahm ihn Papst Johanes XXÜI. 19ß2 unter die Heiligen auf. Der Leib des heiligen Antonius M.

Pucci wird in der Basilika des heiligen Andreas zu Viareggio verehrt.

 


Die Sieben Heiligen Väter Unseres Ordens

17. Februar

 

Es war um die Zeit, da zwischen dem Kaiser Friedrich II. und dem Apostolischen StuhI, sowie unter den Städten Italiens Zwietracht und Parteienstreit herrschten. Damals lebten in Florenz sieben Kaufleute, die unsere Herrin besonders verehrten und der Laienbruderschaft der Diener der heiligen Maria angehorten. In brüderlicher Verbundenheit führten sie ein Leben nach dem Evangelium und gaben ein glänzendes Beispiel im Dienst an den Kranken und Armen. Um 1245 beschlossen sie, sich in die Einsamkeit zurückzuziehen, um gemeinsam Buße zu tun und in Einsamkeit und Betrachtung Gott zu gefallen.

So entsagten sie dem Handel, verließen ihre Heime, verteilten ihre Güter an die Armen und die Kirchen und zogen ein einfaches, farbloses Kleid an, wie es die Brüder damals trugen. Zunachst zogen sie sich in ein Häuschen außerhalb der Stadt zurück, wo sie im Dienst des Nächsten, dem sie an Leib und Seele beistanden, ein wunderbares Beispiel der Nächstenliebe gaben.

Ihre Sehnsucht nach Betrachtung und ständigem Gebet wuchs, aber auch die Gefahr, daß der ghibellinische Ministerrat sie zwang, in ihre Häuser zurückzukehren. Sie berieten sich mit Ardingus, dem Bischof von Florenz, und mit dem heiligen Petrus von Verona, der damals in Florenz weilte und ihren Geist und ihre Lebensart billigte. Dann zogen sie auf den Monte Senario, nicht weit von Florenz, wo sie sich ein Häuschen aus "einfachem Material" und eine Kapelle zu Ehren der Muttergottes bauten.

Ihr Leben war geprägt von harter Buße und sie führten es einerseits nach Art der Eremiten und andererseits in gemeinschaftlicher Form. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie sich durch ihrer Hände Arbeit. Sie pflegten das Gebet in der Gemeinschaft und in der Einsamkeit. Sie lauschten in Stille und Betrachtung dem Worte Gottes, verschmähten aber nicht den Verkehr mit jenen, die, von Zweifel und Bedrängnis getrieben, zu ihnen hinaufstiegen, um Rat und Labe der Liebe zu suchen. Bewundernswert und einzigartig war ihre Armut, wie man in der Bulle "Deo Grata" von Alexander IV; über ihren "Akt der Armut" lesen kann. Darin versprechen Bonfilius, der Hauptprior der Kirche Sto Marien auf Monte Senario, und die Brüder dieser Gründung feierlich, daß sie niemals etwas in Besitz nehmen wollen.

Inzwischen erhielten einige von ihnen die Priesterweihe.

Der Ruf ihrer Heiligkeit breitete sich aus und viele stellten den Antrag, an ihrem Leben teilzunehmen. So geschah es, daß sie im Laufe der Zeit ein reguläres und apostolisches Leben nach der Regel des heiligen Augustinus annahmen, welcher sie einige Bestimmungen hinzufügten. Den Namen "Diener Mariens" behielten sie bei. Das KIeid, das die Sieben Heiligen Väter trugen, nahmen sie, wie der jüngst entdeckte Autor der Entstehungslegenda des Ordens auslegt, "als sichtbares Zeichen der Demut und des Schmerzes der seligen Jungfrau Maria, den sie beim bitteren Leiden ihres Sohnes erduldet hat". Aus diesem Grunde werden die sieben Männer in den ersten Dokumenten zurecht als "unsere Väter" bezeichnet, als jene, die den Orden der Diener Mariens gegründet haben. Der Orden breitete sich schnell in der Toskana und den anderen Teilen Mittelitaliens aus, um das Licht des Evangeliums und die Verehrung der Muttergottes zu mehren.

Die ersten Regelbestimmungen der Diener Mariens wurden durch Bischof Ardingus in seiner Vollmacht als Ordinarius bestätigt. Apostolischen Schutz und die Billigung ihres Lebens in Armut und Buße erhielten die Brüder zunächst von Innozenz IV., während sein Nachfolger, Alexander IV. 1256 dieselbe durch seine Bulle "Deo Grata" bestätigt hat.

Nachdem die Schwierigkeiten, die das Leben und die Verbreitung unseres Ordens nach dem II. Konzil von Lyon beschränkten, vor allem durch die Bemühungen des heiligen Philippus Benitius überwunden waren, bestätigte der selige Benedikt XI. 1304 durch seine Bulle "Dum levamus" den Orden der Diener Mariens endgültig. Wir können darin folgendes über den ersten Geist des Ordens lesen: "Die innige Verehrung zur seligen und glorreichen Jungfrau Maria hat euch bewogen, ihren Namen anzunehmen, so daß ihr euch in Demut Diener der Jungfrau nennt."

Die sieben Männer, die durch das Band wahrer Brüderlichkeit in ihrem Leben verbunden waren, wurden von den Nachkommen auch einheitlich verehrt. 1888 wurden sie von Leo XIII. unter den Namen Bonfilius, Bonajunkta, Manettus, Amideus, Hugo, Sosteneus und Alexius kollektiv zur Ehre der Altäre erhoben. Ihre leiblichen Reste befinden sich in der Sieben-Väter-Kapelle auf dem Monte Senario. So ruhen sie, die im Leben brüderlich vereint waren, auch in derselben Urne.

 

    Heute noch weihen sich seine Mitg1ieder ganz dem Dienste Gottes und der Menschen, indem sie versprechen, Christus zu folgen und Zeugen des Evangeliums zu sein. Sie halten dabei ihren Blick stets auf Maria gerichtet, die sie als ihre Herrin betrachten, und führen ein brüderliches Leben nach der Rege1 des h1. Augustinus.

    Durch ihr heiliges Wort und Beispiel zeugten sie uns geistig für den Orden.

Zu allen Zeiten hat Gott in seiner Vorsehung die Kirche durch neue Ordensgemeinschaften berei­chert. Schon seit dem 12. Jahrhundert hat er in vielen Laien den Wunsch erweckt, Christus und Seinem Evangelium ohne Abstriche, wie man zu sagen pflegt, näher zu folgen und enger verbunden zu sein. Diese zogen sich von den Geschäften der

Welt zurück, um sich Gott allein zu widmen, indem sie zu Hause oder an anderen geheimen Orten Buße taten. So kam es nicht selten vor, daß neue Ordensgemeinschaften entstanden, die ein evange­liengemaßes, büßendes und demütiges Leben führ­ten wie die Bußbrüder, die Armen Christi, die Humiliaten, die Minderen und ähnliche. Unter die­sen leuchteten besonders die Ordensfamilien her­vor, die vom bußfertigen Laien Franziskus und von Dominikus, dem Kanonikus aus Osma, gegründet wurden.

    Es war um die Zeit, da zwischen dem Kaiser Fried­rich. und dem Apostolischen Stuhl, sowie unter den Städten Italiens Zwietracht und Parteienstreit herrschten. Damals lebten in Florenz sieben Kauf­leute, die unsere Herrin besonders verehrten und der Laienbruderschaft der Diener der heiligen Maria angehorten. In brüderlicher Verbundenheit führten sie ein Leben nach dem Evangelium und gaben ein glänzendes Beispiel im Dienst an den Kranken und Armen. Um 1245 beschlossen sie, sich in die Einsamkeit zurückzuziehen, um gemeinsam Buße zu tun und in Einsamkeit und/Betrach­tung Gott zu gefallen.

So entsagten sie dem Handel, verließen ihre Heime, verteilten ihre Güter an die Armen und die Kir­chen und zogen ein einfaches, farbloses Kleid an, wie es die Brüder damals trugen. Zunächst zogen sie sich in ein Häuschen außerhalb der Stadt zurück, wo sie im Dienst des Nächsten, dem sie an Leib und Seele beistanden, ein wunderbares Bei­spiel der Nächstenliebe gaben.

    Ihre Sehnsucht nach Betrachtung und ständigem Gebet wuchs, aber auch die Gefahr, daß der ghi­bellinische Ministerrat sie zwang, in ihre Hauser zurückzukehren. Sie berieten sich mit Ardingus, dem Bischof von Florenz, und mit dem heiligen Petrus von Verona, der damals in Florenz weilte und ihren Geist und ihre Lebensart billigte. Dann zogen sie auf den Monte Senario, nicht weit von Florenz, wo sie sich ein Häuschen aus, einfachem Material" und eine Kapelle zu Ehren der Mutter­gottes bauten.

    Ihr Leben war geprägt von harter Buße und sie führten es einerseits nach Art der Eremiten und andererseits in gemeinschaftlicher Form. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie sich durch ihrer Hände Arbeit. Sie pf1egten das Gebet in der Gemeinschaft und in der Einsamkeit. Sie lauschten in Stille und Betrachtung dem Worte Gottes, verschmähten aber nicht den Verkehr mit jenen, die, von Zweifel und Bedrängnis getrieben, zu ihnen hinaufstiegen, um Rat und Labe der Liebe zu suchen. Bewundernswert und einzigartig war ihre Armut, wie man in der Bulle "Deo Grata" von Alexander IV. über ihren "Akt der Armut" lesen kann. Darin versprechen Bonfilius, der Hauptprior der Kirche St. Marien auf Monte Senario, und die Brüder dieser Gründung feierlich, daß sie niemals etwas in Besitz nehmen wollen.

Inzwischen erhielten einige von ihnen die Priester­weihe.

    Der Ruf ihrer Heiligkeit breitete sich aus und viele stellten den Antrag, an ihrem Leben teilzunehmen. So geschah es, daß sie im Laufe der Zeit ein reguIares und apostolisches Leben nach der Regel des heiligen Augustinus annahmen, welcher sie ei­nige Bestimmungen hinzufügten. Den Namen "Die­ner Mariens" behielten sie bei. Das Kleid, das die Sieben Heiligen Vater trugen, nahmen sie, wie der jüngst entdeckte Autor der Entstehungslegenda des Ordens auslegt, "als sichtbares Zeichen der Demut und des Schmerzes der seligen Jungfrau Maria, den sie beim bitteren Leiden ihres Sohnes erduldet hat". Aus diesem Grunde werden die sieben Männer in den ersten Dokumenten zurecht als "unsere Vater" bezeichnet, als jene, die den Orden der Die­ner Mariens gegründet haben. Der Orden breitete sich schnell in der Toskana und den anderen Teilen Mittelitaliens aus, um das Licht des Evangeliums und die Verehrung der Muttergottes zu mehren.

    Die ersten Regelbestimmungen der Diener Ma­riens wurden durch Bischof Ardingus in seiner Vollmacht als Ordinarius bestätigt. Apostolischen Schutz und die Billigung ihres Lebens in Armut und Bu8e erhielten die Brüder zunächst von Inno­zenz IV., wahrend sein Nachfolger, Alexander IV. 125ß dieselbe durch seine Bulle "Deo Grata" bestätigt hat.

Nachdem die Schwierigkeiten, die das Leben und die Verbreitung unseres Ordens nach dem II. Konzil von Lyon beschrankten, vor allem durch die Bemühungen des heiligen Philippus Benitius über­wunden waren, bestätigte der selige Benedikt XI. 1304 durch seine Bulle "Dum levamus" den Orden der Diener Mariens endgültig. Wir können darin folgendes über den ersten Geist des Ordens lesen: ,,Die innige Verehrung zur seligen und glorreichen Jungfrau Maria hat euch bewogen, ihren Namen anzunehmen, so daß ihr euch in Demut Diener der Jungfrau nennt."

Die sieben Männer, die durch das Band wahrer Brüderlichkeit in ihrem Leben verbunden waren, wurden von den Nachkommen auch einheitlich verehrt. 1888 wurden sie von Leo XIII. unter den Namen Bonfilius, Bonajunkta, Manettus, Amideus, Hugo, Sosteneus und Alexius kollektiv zur Ehre der Altare erhoben. Ihre leiblichen Reste befinden sich in der Sieben-Vater-Kapelle auf dem Monte Senario. So ruhen sie, die im Leben brüderlich ver­eint waren, auch in derselben Urne

 


Heiliger Peregrin Laziosi

4. Mai

 

Peregrin wurde 1265 in Forli geboren.

Als der hl. Philipp versuchte, die Stadt zum Gehorsam dem Hl. Stuhl gegenüber zu bewegen, verjagten ihn der freurige Jüngling und einige Mitbürger mit Schimpf und Schande aus der Stadt.

Als es ihm jedoch leid tat, bat er Philipp um Vergebung, ja, er trat sogar in den Orden der Diener Mariens ein. Zunächst lebte er im Kloster zu Siena, dann kehrte er nach Forli zurück, wo er durch ein Leben der Buße und in großer Liebe zu den Notleidenden hervortrat. Er starb 1345.

Benedikt XV. nahm ihn 1726 unter die Heiligen auf.

 

Ich trage das Leiden Jesu an meinem Leibe.

Als der heilige Philippus Benizi GeneraI der Diener Mariens war und 1281' versuchte, die Bürger von Forli, die dem Interdikt verfallen waren, zum Gehorsam gegen den Heiligen Stuhl zurückzufüh­ren, wurde er mit Schimpf und Schlägen aus der Stadt gejagt. AIs der Jünger Christi für diejenigen betete, die ihn geschlagen hatten, bereute der achtzehnjährige Peregrinus aus dem berühmten Geschlecht der Laziosi seine Tat, da er einer von jenen war, und kam, um ihn demütig um Verzei­hung zu bitten. Der milde Vater nahm ihn liebevoll auf.

    Von da an begann Peregrin die Eitelkeit zu verach­ten und mit wachsendem Eifer die allerseligste Jungfrau zu bitten, daß sie ihm den Weg des Heiles zeigen möge. So geschah es bald darauf, daß er, der Eingebung des Herrn folgend, im Kloster zu Siena das Kleid der seligen Jungfrau empfing und sich mit großem Eifer ihrem besonderen Dienst weihte. Hier lebte er mit dem seligen Franz von Siena zusammen und lernte bald alles, was zum Leben und zu den Aufgaben der Diener Mariens gehört. Nach einigen Jahren wurde er nach Forli versetzt.

    Seine Liebe zu Gott und zur Herrin trieb ihn hier zu stetiger Betrachtung in Gebet, in Psalmen und Liedern. Er war von großer Nächstenliebe beseelt, deren Reichtum er zur Linderung der Not der Armen verwendete, was dem Herrn so gefiel, daß er manchmal durch ihn für die Notleidenden Wun­der wirkte. Man erzählt, dass er bei einem großen Nahrungsmangel in der Gegend von Romagna Wein und Weizen vermehrt hat.

    Sein Bußgeist war sehr groß: er bedachte, beweinte und beichtete oft, was er sich als Schuld anrech­nete. Seinen Leib züchtigte er in mancher Art und Weise: von Müdigkeit überwältigt, bediente er sich im Chor einer Kniebank oder eines Steines; vom Schlaf übermannt, legte er sich nicht in ein Bett, sondern auf den Fu8boden. Mit sechzig Jahren erkrankte er an einem Venenleiden, so da8 er ein offenes Bein bekam, zu dem auch noch ein gefra8i­ges Krebsgeschwür hinzukam.

    Der Arzt Paulus Salatius untersuchte den zu Hause darniederliegenden, standhaften Diener Gottes und beschloß mit allgemeiner Zustimmung, das Bein alsbald abzunehmen. In der Nacht, bevor dies geschehen sollte, schleppte sich Peregrin in den Kapitelsaal, um vor dem Bildnis der Gekreuzigten zu beten. Von der Anstrengung erschöpft, schlief er ein und sah, wie Jesus sich vom Kreuz herabbeugte und sein Bein heilte. AIs am nächsten Morgen der Arzt kam, um das Bein abzunehmen, fand er daran keinerlei Zeichen einer Wunde oder einer Narbe des Krebsleidens. Er verwunderte sich sehr und verbreitete die Kunde von diesem Wunder in der ganzen Stadt. Das Bekanntwerden dieses Gesche­hens sicherte Peregrin eine noch gro8ere Vereh­rung. Er aber wurde von Tag zu Tag vollkommener und sehnte sich immer mehr nach den himm­lischen Dingen, bis den schon fast Achtzigjährigen ein hohes Fieber befiel und er 1345 Gott seine Seele übergab.

    So erhielt der Diener seinen verdienten Lohn von der seligen Jungfrau. Sein Grab wurde von vielen Menschen aus Stadt und Land besucht. Auf seine Fürbitte erlangten viele Kranke ihre Gesundheit wieder.

Sein Leib wird in der Serviten-Basilika von Forli von den Einwohnern der Stadt sehr verehrt. Paul V. sprach ihn 1609 selig und Benedikt XIII. nahm ihn 1726 unter die Heiligen auf.

 


Heilige Juliana Falconieri

19. Juni

 

Juliana, in Florenz geboren, wurde vom heiligmäßigen Leben der ersten Serviten angezogen.

Sie weihte sich ganz dem Gebet, der Buße, der Kontemplation und der tätigen Nächstenliebe und gehörte dem Kreis der Mantellatinnen an, einer Gruppe von Frauen, die das Leben und den Geist unserer ersten Brüder teilten.

Unter diesen ragte sie derart hervor, daß sie im nachhinein als deren Gründerin angesehen wurde. Die Verehrung der Gottesmutter und ihre Liebe zur Hl. Eucharistie zeichneten sie besonders aus.

Um das Jahr 1341 verstarb sie. Ihr Leib wird in der Servitenkirche Santissima Annuziata in Florenz verehrt. Clemens XII. nahm Juliana 1737 in das Verzeichnis der hl. Jungfrauen auf.

 

Gründerin und Vorbild der Schwesterngemeinschaften des Servitenordens.

Juliana wurde im 13. Jahrhundert in Florenz gebo­ren, als noch einige unserer heiligen Sieben Vater lebten. Man spricht davon, daß sie aus dem Haus der Familie Falconieri stammte.

Aufschluß über ihr Leben geben hauptsachlich zwei Berichte von Fra Paulo Attavanti aus der Mitte des 17. Jahrhunderts über die Entstehung des Ordens der Diener Mariens (Dialogus) und ein unvollendetes Werk (Paulina praedicabilis).

In diesem Bericht erzählt der Autor unter anderem auch noch lebendige Erinnerungen an die Heilige aus Florenz, die hier kurz zusammengefaßt sind.

Mit 15 Jahren horte Juliana ihren Onkel Alexius über das Jüngste Gericht sprechen. Das beein­druckte sie so sehr, daß sie sich entschlöss, ganz der Betrachtung über Gott und die Nachfolge Christi zu leben. Sie besuchte häufig die Gemeinschaft der Diener Mariens, die damals noch im Gründung­stadium  war, und war tief beeindruckt vom Leben dieser Brüder nach den evangelischen Raten. Sie bestürmte gleicherweise die Himmelskönigin wie ihre Elftem, doch die Einwilligung zu erhalten, auch das Kleid der Diener Mariens tragen zu dür­fen. Gemeinsam mit anderen Mädchen und heilig mäßigen Frauen, die sich mit der gleichen Absicht trugen, sich zurückzuziehen und sich den Werken der Nächstenliebe zu widmen, traf sie sich in der Kirche der Diener Mariens am Stadtrand von Cafaggio zur Teilnahme an den Gottesdiensten, am Chorgebet zu Ehren der Muttergottes und dann auch in tätiger Nächstenliebe, ganz besonders den aller ärmsten Mitmenschen zu dienen. Juliana führte diese Gruppe von Frauen, die unter dem Schutz der Gottesmutter die Nachfolge Christi leben wollte. Auf diese Art - so schrieb Attavanti in seiner Fastenschrift - entwickelte sich Juliana zur ausgezeichneten Gründerin der Schwerstem und Nonnen im Servitenorden.

Ais echte Schülerin Jesu und seiner Mutter sagte sie entschieden dem Egoismus, dem Weltgeist und dem Bosen den Kampf an. Jung an Jahren, übertraf sie die älteren an Tugendeifer. Thre Heiligkeit zeigte sich in mannigfachen Geschehnissen im Leben und ganz besonders in ihrer Todesstunde. Aufgebraucht durch Werke der Buße, des Wachens, des Gebetes und vom Fasten, war sie so geschwächt, daß sie kei­nerlei Speise mehr zu sich nehmen konnte. Umso mehr erbat sie die Gnade des Kommunionempfan­ges. Weil dies nicht möglich war, bat sie inständig darum, das man ihr eine heilige Hostie wenigstens auf die Brust lege. Die Art eines derartigen Gnade­nerweises war im Mittelalter gebräuchlich, wenn Kranke infolge ihres Leidens die heilige Kommu­nion nicht mehr empfangen konnten, aber die Nahe ihres eucharistischen Herrn auf solche Weise erba­ten. Der Priester vollzog diesen Gunsterweis und betete dabei: "Gott, Du hast die Seele dem Körper einverleibt. Erhöre die Bitte und heilige durch den Leib Deines Sohnes die Seele dieser Kranken." Juli­ana verschied, erfüllt von der Freude, in ihrer Bitte erhört worden zu sein. Man erzählt, daß die Hostie verschwunden sein, als wäre sie geheimnisvoll in ihren Leib eingedrungen. Thore sterblichen Überreste ruhen in der Kirche Santissima Annunziata in Florenz. Heiliggesprochen wurde sie 1737 von Papst Clemens XII.

Im Laufe der Jahrhunderte wollten sich viele Frauen dem Leben der Diener Mariens anschieben, um Christus nachzufolgen und der Mutter­gottes zu dienen. Einige von ihnen lebten in ihren eigenen Häusern, andere schlossen sich zu Gemein­schaften zusammen. Alle aber betrachten Juliana nach Maria als ihre geistige Mutter und aposto­lische Lehrmeisterin. Und sie, die keine Ordens­familie gegründet hat, wird von allen als Mutter angerufen und verehrt.

So sehr liebst du deine Feinde, daß niemand den Unterschied zwischen ihnen und denen, die dir lieb sind, feststellen konnte.

Ich sage noch mehr: du verbindest die himmli­schen mit den menschlichen und die menschlichen mit den himmlischen Geheimnissen. Du bewahrst die göttlichen Dinge. Du lenkst und befiehlst im Vater. 1m Sohne gehorchst du dir selbst. 1m Heili­gen Geiste jubelst du.

Du kannst auf keine Weise geteilt werden, denn du bist eine der drei Personen. Keine Verdrehung, keine menschliche Neugierde kann dich verwirren. Steige auf aus der Quelle, die der Vater ist, und gieße dich ganz aus über dem Sohne. Doch obgleich du dich ganz über den Sohn ausgießt, ver­bleibst du im Vater. Zu Recht wirst du Gott genannt, weil du allein die Macht der Dreifaltigkeit lenkst.


Heilige Clelia Barbieri

Gründerin Der Kleinsten Schwestern

Der Schmerzhaften Jungfrau

13.Juli

Clelia Barbieri wurde 1847 in Le Budrie in der Diözese Bologna geboren.

In ihrer Kindheit und Jugend erlebte sie große Armut. Mit zwanzig Jahren gründete sie gemeinsam mit drei Gefährtinnen eine Gemeinschaft, die sich besonders um verwaiste Mädchen kümmerte und ihnen eine Grundbildung ermöglichte.

1870 verstarb sie im jungen Alter von 24 Jahren. Johannes Paul II. sprach sie 1989 heilig.

Aus der kleinen Gemeinschaft in Le Budrie entstand die Kongregation der Kleinsten Schwestern der Schmerzhaften Jungfrau.

Was der Welt als schwach gilt, hat Gott erwählt.

Clelia wurde am 13. Februar 1847 in der Ortschaft Le Budrie in der Diözese Bologna geboren. Ihre Eltern, Josef Barbieri und Hyazinth Nanetti, waren tiefchristliche Leute. Von klein auf litt sie an der äußersten Armut ihrer Umgebung. Ihre Angehörigen verdienten für ihre Arbeit kaum das Lebensnotwendigste und oft klopfte die Krankheit an ihre Türe. Clelia war acht Jahre alt, als ihr Vater an der Cholera starb.

Früh lernte sie von der Mutter Nahen und Spin­nen, vor allem aber lernte sie Gott zu lieben und heilig zu leben. Oft bat sie die Mutter: "Mama, erzähl mir von Gott", oder "wie kann ich heilig werden?" Häufig ging sie in die Kirche, um zu beten und mit Eifer lernte sie den Katechismus. Von Natur aus mild und gütig veranlagt, strahlte sie eine große Innerlichkeit aus. In Heimarbeit mußte sie Baumwolle spinnen und sie tat es mit größtem Eifer. Als die Mutter sie einmal auffor­derte, schneller zu arbeiten, antwortete sie: ,,Mama, wir werden für diese Arbeit bezahlt, so müssen wir auch den Faden fein spinnen, sonst hatte ich Angst einen Fehler zu begehen."

Ihren Geist nährte sie mit guter Lesung, wie ,,Jesus lieben lernen" vom heiligen Alfons von Lignori und die Filotea von Giuseppe Riva. Im Pfarrer von Le Budrie, Don Gaetano Guidi, fand sie einen hervorragenden Seelenführer, unter dessen Leitung sie schnelle Fortschritte im Guten machte.

Angeregt von ihm und von ihrer eigenen Hochher­zigkeit wollte sie sich ganz dem Dienste Gottes und der Mitmenschen weihen. Mit anderen Mädchen des Dorfes verpt1ichtete sie sich, den Armen beizu­stehen und den Kindern Katechismus unterrichte zu geben. Nach der Sonntagsvesper traf sie sich gewöhnlich mit drei Freundinnen, um über Gott zu sprechen. Daraus entwickelte sich ihr Vorhaben zu einem gemeinsamen Leben. "Wir sind sehr arm" ­sagte Clelia - "und werden daher nie Aufnahme in einem Institut finden. Tun wir uns also zusammen zu einem zurückgezogenen Leben und um uns guten Werken zu widmen."

So begannen dann diese vier Mädchen am 1. Mai 1868 in einem keinen Haus, das "Lehrerhaus" genannt, zu leben. Bald hieß es das "Klösterchen von Budrie", das bis heute als Wiege der "Kongre­gation der Minimen-Schwestern der Schmerzens­mutter" gilt. Der Hauptzweck der werdenden Ge­meinschaft war die Sorge um die christliche Er­ziehung der Waisenkinder oder von Mädchen, um welche sich die Eltern nicht kümmerten. Diesen wurden die weiblichen Arbeiten gelehrt.

Bald darauf zog sich Clelia zu geistlichen Übungen zuflick und verfaßte eine Lebensregel, gegründet auf Gebet, Opfer, Arbeit und Liebe. Die kleine Gemeinschaft wählte die Schmerzensmutter zu ihrer Patronin, deren Verehrung durch die Servi­ten in der Diözese Bologna verbreitet war. Zum hl. Franz von Paola hatten sie ebenfalls große Ver­ehrung und riefen ihn in ihren Noten an.

Der Pfarrer Don Guidi setzte Clelia, die Gott so sehr mit geistlichen Gaben versehen hatte, als Obe­rin dieser neuen geistlichen Familie ein.

Inzwischen machten sich die Anzeichen der Lun­genschwindsucht an ihrem zarten Körper bemerk­bar. Sieben Monate müsste sie das Bett hüten. Vor ihrem Heimgang am 13. Juli 1870 sprach sie noch die Worte: "Habt guten Mut, denn ich gehe in den Himmel, aber ich werde immer bei euch sein, und euch nie verlassen."

Wahrend die Schwestern am ersten Jahrestag ihres Todes in ihrer zur Kapelle umgewandelten Zelle beteten, horte man eine Stimme, die sich den ande­ren anschloß. Alle Anwesenden erkannten sie als die Stimme Clelias, die sich den ihren anschloß, gleichsam als wolle sie zeigen, daß sie ihr Verspre­chen halte. Dieses Stimmenwunder hat sich auch später noch öfter wiederholt.

Die Ordensfamilie der Minime der Schmerzens­mutter wurde 1951 dem Orden der Diener Mariens angegliedert. Clelia wurde am 27. Oktober 1968 vom Papst Paul VI. selig- und 1989 von Papst Johannes Paul Il. heiliggesprochen. Ihre Reliquien werden in der Kapelle des Mutterhauses ihrer Kongregation in Le Budrie verehrt.

 

Oration O Gott, in der heiligen Clelia Barbieri hast du der christlichen Gemeinschaft ein Beispiel des Lebens nach dem Evangelium und des liebevol­len Dienstes an den Armen geschenkt. Gewahre auch uns, dem milden und von Herzen demütigen Christus zu folgen, um einst sein Reich als Erbe zu empfangen. Darum bitten wir durch Jesus Chri­stus.

 


Heiliger Philippus Benitius

23. August  

 

Philipp wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Florenz geboren und trat in den Orden der Diener Mariens ein. Als seine KIugheit erkannt wurde, weihte man ihn zum Priester.

1267 wurde er zum Generalprior gewählt und hatte dieses Amt bis zu seinem Tode inne. Mit großer Umsicht leitete er den Orden und festigte ihn durch eine weise Gesetzgebung.

Mit Hartnäckigkeit verteidigte er sein Überleben.

Dank seiner Tugenden machte er den Orden allgemein bekannt und zog weitere Brüder an, die wiederum sich durch ein heiliges Leben auszeichneten.

Philipp war ihnen durch sein Leben nach dem Evangelium und seinen Dienst nach dem Vorbild der seligen Jungfrau Lehrer und Vorbild.

Zu Recht wird er deshalb als "Vater des Ordens" angesehen. 1285 verstarb er in Todi.

Clemens X. nahm ihn 1671 in die Schar der Heiligen auf.

Aus dem Büchlein: "Stufe um Stufe" von Bischof Andreas Cimichella O.S.M.

Lebensweg

Philipp wurde im Jahr, in dem der Servitenorden seinen Ursprung nahm, also 1233 geboren. Er stammte aus der edlen Florentiner Familie der Benizi. Er studierte zunächst Medizin und wohl auch Theologie. Am Dienstag der Osterwoche 1254, Philipp war inzwischen 21 Jahre alt, feierte er in der Kirche SS. Annunziata die Messe mit und hörte dabei die an den Diakon Philipp gerichte­ten Worte der Tageslesung: "Philipp, komm und schließe dich diesem Wagen an" (Apg). Und er empfand diese Aufforderung, als wäre sie an ihn gerichtet. In einer Vision lud ihn Maria mit densel­ben Worten ein, dem Orden ihrer Diener beizutre­ten. Diese Vision ist eine sehr schone Darstellung unseres Ordens: Unsere Liebe Frau auf einem gol­denen Wagen mit vier Rädern, der von einem Löwen und einem Lamm gezogen wird. Maria reicht ein schwarzes Kleid. Der Wagen steht für den Servitenorden. Er ruht auf den vier Rädern, den Evangelien. Der Wagen wird von den vier Evangelien bewegt; die Serviten wollen also ein Leben, das sich ganz an den Grundfesten des Evangeliums ausrichtet. Der Lowe weist auf den Starkult hin, den ein solches Leben fordert, das Lamm auf Demut und Sanftmut in der Nachfolge Christi. Das schwarze Ordenskleid ist das Kennzei­chen der Diener Mariens: Die Demut und das Mit­leiden der Mutter Jesu immer in Herz und Seele zu tragen!

Philipp folgte dieser visionären Einladung der Got­tesmutter und trat dem jungen Orden ihrer Diener bei. Zunächst einfacher Bruder, entdeckten die Oberen bald seine gute Vorbildung, und er wurde zum Priester geweiht. Bei einer Begegnung mit fremden Ordensleuten faßte Philipp das servitani­sche Ordensideal in seinem berühmt gewordenen Satz zusammen: "Diener der glorreichen Jungfrau werden wir genannt, deren Trauerkleid wir tragen. Unsere Lebensform ist die der Apostel nach den Weisungen der Regel des heiligen Augustinus."

1267 wurde Philipp zum 5. Generalprior des jun­gen Servitenordens gewählt, und er starb in diesem Amt. Er leitete den Orden mit großer Umsicht, gab ihm eine geistliche Gesetzgebung, die Konstitutio­nen, und verteidigte tapfer seinen Fortbestand angesichts drohender Aufhebung. Er zierte die junge Servitengemeinschaft nicht zuletzt auch durch seine Heiligkeit. Unermüdlich besuchte er dabei die Ordensniederlassungen, zweimal war er dabei auch in Deutschland, wo 1256 die ersten Ser­viten Klöster gegründet worden waren.

Er gewann für den Orden viele neue Mitglieder, Männer großen geistlichen Formates. Für sie alle wurde er ein Meister und Vorbild eines Lebens aus dem Geiste der Botschaft Jesu und des Dienstes an der Gottesmutter. Mit Recht preist ihn daher die

Ordensgeschichte als einen neuen zweiten "Vater des Ordens".

Von ihm wird auch berichtet, daß er einem Aussätzigen einmal sein Unterkleid schenkte. Als dieser es anzog, wurde er geheilt. Von diesem Wunder horten die zum Konklave versammelten Kardinale und wollten ihn zum Papst wählen. Philipp aber floh nach Monte Amiata, wo er sich in einer Ein­siedelei zurückzog.

1285 wollte er in Todi zum Fest Maria Himmel­fahrt eine Predigt halten, als er von einer Krank­heit aufs Bett gezwungen wurde. Seine von Strapa­zen und Mühlen aufgezehrten Körperkräfte konnten nicht mehr genügend Widerstand entwickeln. In wenigen Tagen vollendete er sein Leben. Vor sei­nem Tod ermunterte er die Brüder noch zur Liebe, empfing die heiligen Sakramente und sein "Buch", das Kreuz, umfassend ging er heim zu Gott.

Sofort setzte eine große Verehrung Philipps ein, die alsbald vom Ortsbischof erlaubt wurde. 1671 hat ihn Papst Clemens X. heiliggesprochen. Seine Reliquien werden in Todi aufbewahrt und verehrt.

 

Oration Barmherziger Gott, der heilige Philipp war in seiner Demut dein Werkzeug, um den Orden der Diener Mariens zu verbreiten und durch heilige Gesetze zu kräftigen. Hilf uns, deinen Diener (Dienerinnen), nach dem Vorbild dieses großen Vaters der seligen Jungfrau treu zu dienen und mit apostolischem Eifer an der Ausbreitung des Reiches deines Sohnes mitzuwirken. Darum bitten wir durch Jesus Christus.